Mit Büchern und Apps gegen Giftpflanzen auf der Weide

Bevor Pferde auf die Weide gehen können, gibt es einiges zu tun. Neben Zaun, Wasser und Unterstand steht auch die Kontrolle der Koppel auf Giftpflanzen auf der To-do-Liste. Stallkollegen, Fachbücher und Apps helfen bei der Erkennung. 

In einer ganzjährigen Weidehaltung bin ich mit Pferdefreunden unterwegs gewesen, um im Frühling das auf ihren Wiesen verbreitete Jakobskreuzkraut zu suchen. Wir sind in einer langen Reihe, jeder mit Handschuhen und einer Mülltüte bewaffnet, mit ein paar Metern Abstand zwischen uns mehrmals die Wiese längs und quer abgegangen – und fündig geworden!

Pferdehalter kennen die regionalen Giftpflanzen

Auf einer hoch bewachsenen Wiese kann die Vielzahl an Pflanzen überfordern. Wenn ihr nicht wisst, auf welche Pflanzen ihr achten sollt, fragt die WeidebesitzerIn oder anderen EinstallerInnen, welche Giftpflanzen Ihnen bekannt sind.

Bei unserem Weidegang haben wir gezielt nach dem Jakobskreuzkraut gesucht. Das ist mit seinen leuchtend gelben Blütenblättern gut auf der Wiese zu erkennen. Es hat einen lilafarbenen Stängel, relativ schmale, dunkelgrüne, gewellte Blätter und viele Blütenblätter. Man kann es leicht mit dem Johanniskraut verwechseln. Das ist auch gelb, hat aber nur fünf Blütenblätter und kleine fisselige gelbe Pollenstängel. Für Pferde sind beide giftig.

Jakobskreuzkraut © Kim Henneking

Wir haben auf der Wiese beobachtet, dass die Pferde die beiden Giftpflanzen stehen lassen. Das ist schon mal hilfreich. Leider heißt das nicht, dass man sich das Pflücken sparen kann, und man sollte sich auch nicht darauf verlassen, dass alle Pferde sich so verhalten. Zum einen sind schon die einzelnen Blätter und Blüten giftig, auch im Heu, zum anderen verbreiten sich die Pflanzen ungestört über die ganze Wiese, wenn man sie in Ruhe wachsen lässt.

Fachbücher informieren über Giftpflanzen

Die Bücher der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zum Basispass und Reitpass haben je eine Übersicht über die wichtigsten Giftpflanzen mit Bild und Beschreibung der Symptome aufgeführt. Zur Wirkung von Johanneskreuzkraut steht im Buch „Reitpass“, dass die Pflanze hochgiftig wirkt und in gewissen Mengen tödlich ist. Frisch werde sie gemieden, aber im Heu gerne gefressen. Dort könne man sie an ihrem roten Stängel erkennen. Das Gift wirke besonders auf die Leber und könne Kolik, Krämpfe, chronische Leberschäden, Abmagerung, Gähnen, Unruhe, zielloses Wandern und mehr verursachen. Das Kraut sei an Wald- und Wegrändern, auf Wiesen und stark genutzten Weiden zu finden.

Johanniskraut © Kim Henneking

Laut demselben Buch sind die Symptome nach Johanniskraut-Verzehr beim Pferd: Lichtempfindlichkeit, oder auch Rötungen, Schwellungen, Krustenbildung an unpigmentierten, wenig behaarten Stellen, sowie Infektionen offener Stellen, Appetitlosigkeit, Unruhe und manchmal Krämpfe. Sie wachse an Wald- und Wegrändern, sei aber nicht so giftig, wie das Johanneskreuzkraut.

Pflanzenbestimmung per App

Ich war bei meiner ersten Suche nach Giftpflanzen noch unsicher. Die Bilder im Ratgeber waren sehr klein, damit konnte ich eine gelbe Pflanze nicht von der anderen unterscheiden. Deshalb habe ich die App „Flora Incognita“ ausprobiert, und kann sie an dieser Stelle empfehlen.

Die Anwendung ist ganz einfach: Man macht ein Bild von einer Pflanze und das Programm sagt, um welche Pflanze es sich handelt. Diese App ist laut den Angaben im App-Store ein Projekt der Technischen Uni Ilmenau und dem Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, vom Bundesamt für Naturschutz und der Naturschutzstiftung Thüringen im Bundesprogramm Biologische Vielfalt finanziert.

Natürlich gibt auch andere Apps mit ähnlichen Funktionen, aber mit denen habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt. Ich kann nur raten, dass ihr ausprobiert, mit welchem Programm ihr am besten klarkommt – und dass ihr eure Stallfreunde fragt. Zusammen sind wir schlauer 🙂

Welche Giftpflanzen kennt Ihr aus Eurer Region? Teilt gerne Bilder, Erfahrungen und Tipps in den Kommentaren.

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