Vorbereitung auf den Pferdekauf: „Mein erstes eigenes Pferd“ von Angelika Schmelzer

Viele träumen vom eigenen Pferd, aber wissen nicht, was das in der Praxis bedeutet. Die Pferde-Fachbuchautorin Angelika Schmelzer sagt es ganz direkt: Eine Menge Erfahrung, Zeit und Geld sind nötig, um dieses Abenteuer realistisch und vor allem pferdegerecht meistern zu können. Hier kommt meine Rezension zu ihrem Buch „Mein erstes eigenes Pferd“.

Das lest ihr in „Mein erstes eigenes Pferd“

Der Ratgeber „Mein erstes eigenes Pferd“ von Angelika Schmelzer ermöglicht eine Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und gibt praktische Tipps zur Vorbereitung auf den großen Tag. Welches Wissen und reiterliche Können sollte ich haben, bevor ich mein eigenes Pferd kaufe? Wie viel kostet ein Pferd und welche laufenden Kosten kann ich erwarten? Wo bringe ich mein Pferd unter und wie halte ich es gesund? Diese Fragen und mehr beantwortet Angelika Schmelzer in zehn kurzweiligen Kapiteln und leicht verständlich.

Drei Tipps für angehende Pferdebesitzer

Vor dem Kauf meines Pferdes hatte ich Angelika Schmelzers Ratgeber nicht gelesen. Rückblickend hätte ich mir mit dem Wissen einige frustrierende Momente und auch Geld sparen können. Hier drei ihrer Tipps, die ich besonders wichtig finde:

  1. Simpel aber genial ist der Steckbrief zum Ausfüllen: Was für ein Pferd suche ich genau? (Alter, Reitstil, Ausbildungsstand usw.) Diese Liste hilft dabei, sich über die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten bewusst zu werden und das passende Pferd zu finden.

    Denn Reiter verlieben sich schnell in ein Pferd. Wenn es aber vom Charakter und Ausbildungsstand nicht zum Besitzer passt, folgen Hilflosigkeit und Enttäuschung. Solche Phasen habe ich erlebt. Mein eigenes Pferd ist ein toller Freizeitpartner und ein verlässliches Geländepferd. Auf dem Reitplatz oder in der Halle kamen wir aber lange nicht miteinander klar – was daran lag, dass mein 16-Jähriger seit seiner Grundausbildung nicht mehr Dressur geritten wurde. Schon beim Kauf war klar: Wir brauchen unbedingt Reitunterricht oder Beritt. Das bedeutet viel Zeit, Arbeit und Geld. Bis ich mein Pferd so reiten kann, wie ich es mir wünsche, wird es dauern. Der Vorteil: Gemeinsames Lernen schweißt zusammen. Wer aber sofort loslegen will, sollte ein Pferd suchen, das vom Ausbildungsstand zum Reiter passt.
  2. Eine realistische Einschätzung, welche Kosten einen Pferdefreund erwarten bieten Tabellen zu laufenden Kosten (Stall, Futter, Hufpflege usw.) sowie zur Grundausrüstung (Sattel, Trense, Putzzeug etc.).

    Auf den ersten Blick mag man beim Lesen vielleicht denken, Angelika Schmelzer übertreibt mit ihrer Aufzählung. Doch nach zwei Jahren als Pferdebesitzerin könnte ich ihre Tabellen noch um einige Punkte erweitern. Ich habe mein Pferd mit zwei Sätteln und zwei Trensen sowie Halfter, Longe, Putzzeug und mehr übernommen. Alles war im Kaufpreis enthalten – das klang nach einem Schnäppchen! Ihr werdet es euch vielleicht schon denken: Ich habe alles neu gekauft. Denn schnell stellte sich heraus, dass weder Sättel noch Trensen passten, das Putzzeug war so alt wie das Pferd, das Halfter ging kaputt. Nur die Longe begleitet uns noch heute. Also: Nicht nur auf den Kaufpreis sparen, auch die laufenden Kosten und einmalige Anschaffungen im Blick haben – am besten, bevor ihr auf die Suche nach eurem Pferd geht.

  3. Wer in der Reitschule zu den „Großen“ gehört kann mit einer Reitbeteiligung den nächsten Schritt in Richtung erstes eigenes Pferd gehen.

    Angelika Schmelzer schlägt eine Reitbeteiligung für alle vor, die noch nicht genügend Zeit oder Geld haben, um ein eigenes Pferd zu kaufen. Ich sehe sie als Möglichkeit, in die Aufgaben eines Pferdebesitzers reinzuschnuppern und Erfahrungen auszutauschen. Denn in der Reitschule lernen viele wahrscheinlich nicht mehr als Putzen und Reiten, eventuell noch Misten und Füttern. Ich habe mein eigenes Pferd als Reitbeteiligung kennengelernt! Die Vorbesitzerin hatte neben ihrem Beruf wenig Zeit und bat mich darum, zwei bis drei Mal die Woche zu reiten. Wenn der Tierarzt oder die Hufpflege zu Besuch waren, waren wir zusammen da. Als ein Stallwechsel anstand, haben wir zusammen gesucht. So habe ich eine Menge gelernt, das ich im Reitunterricht nicht erfahren konnte und war so besser auf die Aufgaben als Pferdebesitzerin vorbereitet. Auch nach dem Kauf blieb sie eine Ansprechpartnerin für mich.

Angelika Schmelzers Buch bietet noch viele weitere hilfreiche Tipps. An dieser Stelle habe ich die drei rausgepickt, die mir am wichtigsten erschienen und mit denen ich bereits eigene Erfahrungen machen konnte.

Das Buch ist schnell gelesen, auch für fachfremde Personen. Die wichtigsten Informationen sind stichpunktartig und in Tabellen zusammengefasst. Die Tipps wirken oft streng aber der gut gemeinte Rat ist darin immer zu erkennen. Wer sich an dem Ratgeber orientiert, schiebt den Kauf des ersten eigenen Pferdes vielleicht um ein paar Jahre in die Zukunft, setzt dann aber auf gute Vorbereitung, Pferdewohl und eine glückliche Beziehung zwischen Reiter und Pferd.

Das ist Angelika Schmelzer

Angelika Schmelzer ist laut ihrem Verlag freiberufliche Journalistin, Fotografin und Fachbuchautorin rund um die Themen Pferde und Reiten. Demnach widmet sie sich dem „anspruchsvollen Reiten jenseits von Turnierplätzen und Shows“, und hat über 30 Bücher veröffentlicht, die sich durch ihre Praxiserfahrung auszeichnen.

„Mein erstes eigenes Pferd“ ist ein Ratgeber von der Autorin Angelika Schmelzer, das im Müller Rüschlikon Verlag aus der Reihe „Die Reitschule“ erschienen ist. Das 96 Seiten umfassende Buch kostet 11,95 Euro. *

*Anmerkung: Dies ist eine Rezension. Ich erhalte für diesen Buchtipp kein Geld. Ich habe vom Verlag die Erlaubnis erhalten, das Buch mit dem Beitragsfoto abzubilden und im Gegenzug zugesagt, auf den Online-Shop zu verlinken.

Meine Tipps im Lernstübchen

Wenn ich etwas über Pferde lernen möchte, lese ich Bücher, belege Kurse oder besuche Messen. Im Lernstübchen auf diesem Blog findet ihr meine Tipps und Erfahrungsberichte. Bei den Buchtipps stelle in Form von drei Punkten vor, was ich beim Lesen am wichtigsten fand, und wie ich dieses Wissen für mein Pferd und mich anwenden konnte. Ich hoffe, euch damit zum Weiterlesen und -lernen zu motivieren und freue mich über den Austausch mit euch.


Wie bereitet ihr euch auf den Kauf eures ersten eigenen Pferdes vor bzw. wie habt ihr euch vorbereitet?

Ein Kommentar zu „Vorbereitung auf den Pferdekauf: „Mein erstes eigenes Pferd“ von Angelika Schmelzer

Gib deinen ab

  1. Ich habe gerade das zweite Pferd in meinem Leben gekauft, und kann den Punkt „Steckbrief“ nur unterstreichen. Es gibt so viele Pferde auf dem Markt, da ist es schon hilfreich, sich über seine Kriterien klar zu werden, um die Suche nach dem Ideal-Kandidaten zu strukturieren.
    Ich würde ebenfalls empfehlen, sich bereits im Voraus mit Themen wie Beschlag, Entwurmungsstrategien, Planung von Reitunterricht, Unterbringungsform, etc. auseinanderzusetzen. Natürlich müssen diese Punkte dann genau an das neue Pferd-Reiter-Paar angepasst werden. Aber es erscheint mir sinnvoll, wenn man sich bereits en „Panorama“ der Möglichkeiten angeschaut hat. Dies erlaubt ebenfalls, den Steckbrief zu ergänzen.
    Wobei bei aller „Technik“ auch das Feeling bei der Entscheidung für ein Pferd unbedingt mitspielen sollte. Ein Pferd kann noch so perfekt in Bezug auf Rasse, Alter, Farbe, Ausbildungsstand, usw. sein, wenn einer der beiden Beteiligten keine Lust und Freude am gemeinsamen zusammensein hat, dann wird es schwierig.

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