Basiswissen Pferdehufe: Renate Ettl über Hufpflege

Diese Woche habe ich eine Online-Hufschuhberatung in Anspruch genommen. Nachdem die Hufe frisch ausgeschnitten wurden, habe ich sie ausgemessen und fotografiert. Jetzt warte ich auf die Ergebnisse. Die Zeit bis dahin verbringen wir mit einer kleinen Basiskunde Pferdehufe.

Dafür habe ich „Das Einmaleins der Hufpflege“ von Renate Ettl gelesen. Der Ratgeber ist schon etwas älter, reicht für eine kurze Lernstunde aber vollkommen aus und ist leicht verständlich geschrieben. Auf 61 Seiten schreibt die Pferdetrainerin über die Evolution der Pferdehufe, wie sie aufgebaut sind und funktionieren, über die richtige Pflege, die häufigsten Krankheiten und Hufschutz-Varianten.

Wissenwertes über Pferdehufe

Drei Infos über Pferdehufe habe ich beim Lesen von Renate Ettls Buch als besonders wichtig empfunden und fasse sie hier in eigenen Worten für euch zusammen:

  1. Wie funktioniert ein Huf? Der Huf ist eine Art Stoßdämpfer und „Blutpumpe“ für die Pferdebeine: Beim Auftreten wird er zusammengedrückt und beim Entlasten nimmt er seine ursprüngliche Form an. Dabei wird das Blut auch durch den Huf gepumpt und sorgt für ein gesundes Hufwachstum. Bewegung steht somit in direkter Verbindung mit einem gesunden Huf.
  2. Wie pflege ich einen Huf? Ein Huf wird nicht durch Pflegemittel gesund erhalten, sondern durch artgerechte Haltung und Fütterung. Bewegung hält den Hufmechanismus gesund. Außerdem muss der Feuchtigkeitshaushalt im Huf reguliert werden: Boxeneinstreu kann dem Huf Feuchtigkeit entziehen, eine nasse Einstreu und eine matschige Weide können zu Strahlfäule und weiteren Krankheiten führen. Hier gilt es ein gutes Mittelmaß zu finden. An nassen Tagen hilft ein trockener Unterstand, bei Trockenheit können Hufe in einem Wassereimer durchfeuchtet werden. Huffett und Co können eine schlechte Hygiene nicht ausbügeln. Einer schlechten Hornqualität kann mit Futterzusätzen entgegengewirkt werden – hier helfen Tierärzte und Futterberater.
  3. Wann ist ein Hufschutz nötig? Ob ein Pferd einen Hufschutz braucht oder barhuf gehen kann, ist von vielen Faktoren abhängig. Voraussetzung fürs Barhuflaufen ist, dass das Pferd gesunde Hufe hat und keiner hohen Belastung ausgesetzt ist. Wenn das Pferd eine schlechte Hornqualität oder Stellungsfehler hat, viel und auf harten Wegen bewegt wird, der Huf krank oder verletzt ist, benötigt es einen Hufschutz. In diesem Fall müssen Tierarzt und Hufschmied um Rat gebeten werden, welche Hufschuhe oder welcher Beschlag in Frage kommt.

Ein Blick auf Irias Hufe

Irias Hufe: Die Fotos zeigen Irias Vorder- und Hinterhufe von unten und von vorne. Wie man gut sehen kann, sind die Vorderhufe rund und die Hinterhufe oval. Für mich sieht es so aus, als seien seine Hufe weder zu breit noch zu eng oder asymmetrisch im Vergleich von den Außen- und Innenseiten.

Irias Hufpflege: Seit etwa einem halben Jahr werden Irias Hufe nicht mehr alle vier sondern nur noch alle sechs Wochen ausgeschnitten. Seitdem die Hufe länger wachsen und auch nicht mehr stark nachgeschnitten werden, läuft Irias weniger fühlig. Scheinbar braucht er mehr Polster unter den Füßen, um sich wohler zu fühlen. Wie man auf einem Foto noch leicht erkennen kann, hatte Irias lange Zeit Spannungsrisse im Horn (Risse sind bei Renate Ettl in der Kategorie „Problemhufe“ aufgeführt). Ein Röntgenbild zeigte, dass sie durch Druck innerhalb des Hufs entstehen (so die Erklärung des Arztes). Seitdem die Zehe kürzer geschnitten und der Huf steiler wird, verschwinden die Risse nach und nach.

Irias Hufschutz: Solange ich Irias kenne, läuft er fühlig auf harten Untergründen. Die Hufschmiedin riet mir aber von einem Hufbeschlag ab, weil wir als Freizeitpartner vergleichsweise wenig trainieren. Deshalb trägt Irias Hufschuhe im Gelände und läuft in seiner Freizeit barhuf. Die Schuhe sind in unserem Gelände aufgrund vieler geschotterter Wege auch dringend nötig.

Und auf diese Hufschuhe warten wir jetzt 🙂 Ich habe auch schon ein Interview mit einer Hufpflegerin vereinbart, das findet ihr demnächst auf dem Blog.

Das ist Renate Ettl

Renate Ettl ist laut Informationen auf ihrer Webseite Autorin von Pferdefachbüchern, Therapeutin, Trainerin und Leiterin einer eigenen Akademie für Pferdetherapie. „Das Einmaleins der Hufpflege“ ist 2002 im Kosmos-Verlag erschienen.

Meine Buchtipps im Lernstübchen

Wenn ich etwas über Pferde lernen möchte, lese ich Bücher, belege Kurse oder besuche Messen. Im Lernstübchen auf diesem Blog findet ihr meine Tipps und Erfahrungsberichte. Bei den Buchtipps stelle ich in Form von drei Punkten vor, was ich beim Lesen am wichtigsten fand, und wie ich dieses Wissen für mein Pferd und mich anwenden konnte. Ich hoffe, euch damit zum Weiterlesen und -lernen zu motivieren und freue mich über den Austausch mit euch.

Eure Hufgeschichten

Barhuf und Hufeisen werden kontrovers und emotional diskutiert. Aus welchen Gründen habt ihr euch für euren Hufschutz entschieden? Und habt ihr schon mal eine Hufkrankheit bei eurem Pferd erlebt?

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